Praxis Nr. 1 bei Google? Fragen zur SEO für Zahnärzte und Ärzte!

Das Internet wird bei der Ansprache von Patienten immer wichtiger! Denn je jünger die Generation, desto wechselfreudiger ist sie und desto weniger Zeit nimmt sie sich, auf Empfehlungen von Freunden, Bekannten und Familie zu warten. Allerdings ist es ein fataler Trugschluss, das „World Wide Web“ mit jungen Nutzern gleichzusetzen. Längst haben auch die „älteren Generationen“ das Internet und Social-Media Kanäle für sich entdeckt. Wer als Zahnarzt auf dieses veränderte Patientenverhalten reagieren möchte, kommt beim Online Marketing kaum an der Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO) vorbei. Und noch etwas: Bei Google immer auf Seite 1 zu stehen ist toll, muss aber nicht immer das Ziel sein – im Gegenteil! 

S E O für die Zahnarztpraxis

Aber: Wie funktioniert die SEO für Zahnärzte und Ärzte eigentlich?

Wir haben einen Experten gefragt, der es wissen muss: Severin Lucks ist Geschäftsführer der DELUCKS GmbH und bietet mit seiner Firma ein SEO Tool für Webseiten an, welches wir auch einsetzen um unsere Inhalte relevanter und besser auffindbar zu machen. Severin verrät uns die wichtigsten Faktoren zur SEO – der Suchmaschinen-Optimierung –  für Zahnärzte und Ärzte.


Welche Suchbegriffe sind die wichtigsten?

Bei der Suchmaschinenoptimierung für Ärzte geht’s zunächst nicht darum, unter allgemeinen Suchbegriffen wie z.B. Zahnarzt Frankfurt (Fachgebiet Ort) gefunden zu werden. Denn wer sich unter solch allgemeinen Suchbegriffen positionieren möchte, wird schnell feststellen, dass der Wettbewerb enorm und die Kosten diesen zu gewinnen, entsprechend ist. Davon abgesehen lockt man mit allgemeinen Suchbegriffen auch nur die große Masse an, die keinen spezifischen Bedarf hat. Machen wir uns nichts vor, aber wer will schon mit Kassenpatienten und Standarduntersuchungen voll ausgebucht sein?

Vielmehr geht es darum, zu spezifischen Suchbegriffen gefunden zu werden. Beispielsweise für eine spezielle Behandlung wie z.B. ”Zahnschmelz aufbauen“ oder „Zahnersatz Keramik oder Gold“. Diese Suchbegriffe bestehen meist aus zwei und mehr Wörtern und sind somit deutlich konkreter. Und je konkreter die Suchanfrage, desto spezifischer und ausgewählter die Patienten, die darüber kommen.

Man kann sich durch eine genaue Definition von Suchbegriffen also nicht nur Kosten sparen, sondern auch schon anhand der Suchbegriffe die Spreu vom Weizen trennen. Statt der breiten Masse spricht man dann Patienten mit konkretem Bedarf an.

Wie kann ich beeinflussen, welche Patienten zu meiner Praxis-Website kommen?

Bei Suchmaschinen wie Google, Bing & Co geht’s immer darum, relevante Ergebnisse zu liefern. Relevant bedeutet thematisch passend. Und thematisch passend bedeutet, dass die Ergebnisse möglichst umfangreiche Informationen bieten.

Um also die eigene Website auf spezifische Suchbegriffe zu optimieren, muss man Themenbereiche schaffen, die sich genau damit beschäftigen. Als Faustregel gilt für jeden Themenbereich eine „super informative“ Inhaltsseite zu entwickeln, der mindestens über 1.000 Wörter Inhalt verfügt. Im Schnitt haben nämlich die top 10 Ergebnisse (erste Seite) in Google rund 2.000 Wörter Länge – mit richtig guten Texten erreicht man die erste Seite meist auch schon mit tausend Wörtern.

Damit eine Bleiwüste die Besucher nicht vor Langeweile austrocknet, sollten die Texte mit Bildern und medialen Elementen wie Videos, Slidern oder Accordeons  abgewechselt werden. Mein Lieblings Beispiel für eine perfekt aufbereitete und relevante Seite ist Apples iPhone 7-Rubrik: http://www.apple.com/de/iphone-7/. Hier stimmt einfach das Gesamtbild und die Textmenge ist über die kleinen Plus-Symbole nach Bedarf zu bestimmten Gebieten erweiterbar.

Neben solch visuellen Faktoren spielen aber auch Metadaten, strukturierte Daten und die Ladezeit der Website eine große Rolle. Da diese Faktoren aber sehr technisch sind, lässt  man sich idealerweise von seiner Agentur des Vertrauens beraten oder setzt – mit ein bisschen Website-Wissen ein sinnvolles SEO Plugin in seiner Seite ein (Software, die einem hilft besser zu kommunizieren).

Wie funktioniert die SEO am besten?

Ich habe schon erwähnt, dass es vor allem um eine relevante Webseite geht. Diese lebt aber nicht nur von statischen Inhalten, sondern auch von aktuellen Informationen. Denn ohne denen kann eine Webseite schnell verwaist oder „out to date“ wirken. Doch bevor ich zu einer Website mit Blog rate sei gesagt, dass aktuelle Inhalte nur dann eingeplant werden sollten, wenn auch wirklich die Kapazitäten dafür vorhanden sind. Wer nicht regelmäßig kommunizieren oder die Kommunikation auslagern kann, sollte es besser lassen.

Wer allerdings mindestens einmal im Quartal etwas zu aktuellen Erkenntnissen aus der Wissenschaft oder zu Behandlungen in der Praxis zu sagen hat und sich die Zeit dafür nimmt, dem sei ein Blog sehr ans Herz zu legen.

Da neben Google und der eigenen Webseite auch weitere Kanäle im Internet zur Informationsbeschaffung dienen, sollte man mit seiner Praxis auch Social Media in Betracht ziehen. Wenn die Inhalte nämlich sowieso für das Web erstellt werden, ist die Streuung über andere Kanäle kein großer Schritt mehr, sondern ziemlich einfach und sinnvoll.

Social Media sind übrigens auch wichtig für Patienten, wenn es darum geht einen ersten Eindruck über die Qualität der Leistungen zu erhalten. Denn darin finden sich oft Meinungen anderer Patienten, die mit der jeweiligen Praxis schon Erfahrungen gemacht haben.

Übrigens: wer die Augen vor Bewertungen im Netz verschließt und meint, dass man durch Ignoranz keine negativen Bewertungen kassieren kann, dem sei gesagt,  dass er auf dem Holzpfad ist. Denn Bewertungen passieren so oder so. Vielmehr kann man sie durch die Ignoranz nicht kontrollieren und geht noch mehr Risiken eines schlechten Rufs ein. Wer Angst vor Bewertungen im Netz hat, sollte vielmehr an der Qualität der eigenen Leistungen und dem Patientenverhältnis arbeiten. Praktisch jeder Patient hat Verständnis dafür, dass mal etwas nicht rund läuft oder man einen schlechten Tag hat, kommt dann aber keine angemessene Reaktion auf die Beschwerde (sei es eine Entschuldigung oder eine Begründung), kann sich sowas schnell verselbständigen. 

Auf welchen Kanälen sollte die Zahnarztpraxis aktiv sein?

Neben der eigenen Website empfehle ich dringend zu einem Google Business Konto. Das ist das kostenlose Branchenbuch der Suchmaschine. Einträge aus Google Business und Informationen aus Google+, dem Social Network der Suchmaschine, fließen teils direkt und teils indirekt in die Bewertung der Position in den Suchergebnissen ein. Beispielsweise durch die Suchergebnisse, bei denen eine Karte dargestellt wird. Auf Google Business sollte man aber nicht nur einen Eintrag haben, der im Übrigen in der Beschreibung und Kategorisierung die wichtigsten (spezifischen) Suchbegriffe enthalten sollte, sondern eben auch aktiv die eigenen Website Inhalte (und gerne auch mal fremde Inhalte) teilen.

Darüber hinaus sollte man aber auch seine Patienten um Bewertungen auf Google bitten. Dies ist aber mit einer Registrierung bei Google und der Klartext-Darstellung des eigenen Namens verbunden. Das entspricht nicht immer den Anonymitätswünschen der Patienten, daher empfehle ich neben der Listung in Google Business auch einen Eintrag bei Jameda. Jameda ist wie ein Marktplatz oder Verzeichnis für Ärzte und wird rund 5 Millionen Mal im Monat besucht, um den richtigen Ansprechpartner für das eigene Leiden zu finden. Hier lohnt auch mal ein Blick in die Preistabelle, denn die Premium Profile von Jameda lohnen sich durchaus.

Zusätzlich ist auch Facebook eine Möglichkeit, eigene aktuelle Inhalte zu streuen, in den Dialog mit Patienten zu treten und Reputation durch Bewertungen aufzubauen. Twitter wird weniger oft von Konsumenten genutzt, eignet sich dafür aber besser für Öffentlichkeitsarbeit.

Patientenbewertungen, neue Fans und Follower sowie Empfehlungen bekommt man am einfachsten durch einfaches Fragen. Man kann aber auch durch einen Aufsteller, Flyer oder Visitenkarten um Bewertungen bitten und auf die Profile in Social Media aufmerksam machen. 

Abgesehen von den genannten Kanälen eignen sich aber auch Frageportale wie GuteFrage.net oder wer-weiss-was.de, um zum eigenen Thema über die Grenzen der eigenen Kommunikationskanäle hinaus etwas zu sagen und auf sich aufmerksam zu machen. Dazu bieten besagte Portale an, Themenbereiche per E-Mail zu abonnieren. Dann muss man nur noch seine E-Mails kontrollieren und pickt sich die Fragen raus, die passen. Einfache Antworten ersetzen natürlich keinen Praxisbesuch. Darauf kann man problemlos aufmerksam machen und bei der Gelegenheit die eigene Praxis-Webseite verlinken.

Wie messe ich die Erfolge meiner Marketing-Maßnahmen?

Manche SEO Berater neigen dazu ihre Erfolge ausschließlich an Google Rankings zu messen. Das ist aber falsch. Denn letztendlich ist die SEO ein Mittel, um mehr Besucher für die eigenen Themen zu gewinnen. Und mehr Besucher bedeutet letztendlich auch Patientenanfragen.

Die SEO Erfolgsmessung sollte somit neben den Rankings auch die Besucherzahlen und deren Verhalten messen. Am Ende zählt jedoch nur die Anzahl an Patienten, die über das Internet gewonnen wird.

Suchmaschinenoptimierung ist also nicht nur eine technische Maßnahme zur Verbesserung der eigenen Webseite, sondern Kommunikation. Sie zieht nicht von heut auf morgen, sondern braucht mindestens ein halbes Jahr bis Jahr, bis sie Früchte trägt. Dafür ist sie aber auch deutlich günstiger als Werbung (soweit erlaubt oder möglich) und schafft mehr Reichweite: denn 80% der Nutzer klicken auf natürliche Suchergebnisse, statt auf bezahlte Anzeigen aus Google AdWords oder Bing Ads.


Severin LucksSeverin und sein Team entwickeln aktuell eine Methode, mit der sie Online Marketing Budgets planen und gleichzeitig die Erfolge messen können. Wer mehr dazu erfahren will, kann DELUCKS einfach mal auf Google+, Facebook oder Twitter folgen.

Geschäftsführung parsmedia, Content, PR, Journalist, Praxiscoach, Dipl.-Sportwissenschaftler

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