Quo vadis Facebook? – Mike Wattrodt von socialised.de im „ZwischenRaum – Interview“!

Wir gehen davon aus, dass sich hier in naher Zukunft viel verändern und entscheiden wird. Für die einen wird Facebook das sein, was es heute ist: ein Netzwerk, bei dem ich mitmache, weil andere es auch tun. Eine Implementierung in die aktuellen Kommunuíkationskonzepte (falls vorhanden) findet nicht statt! Andere Praxen werden den Wert und die Chancen des Netzwerkes erkennen. Sie nutzen die Möglichkeiten der konkreten Patientenansprache und suchen bewusst den Dialog außerhalb der eigenen Praxisräume. Die Facebookseite der Praxis und die Website werden sich noch intensiver ergänzen und als eingespieltes Online-Team für Aufmerksamkeit und Relevanz sorgen.

Dass wir Facebook für ein geeignetes Medium der Zielgruppenansprache für die Zahnarztpraxis halten, ist für euch natürlich keine Riesenüberraschung zum neuen Jahr! Aber wie sehen ausgewiesene „Facebook-Profis“ die Entwicklung des größten sozialen Netzwerkes? Worauf gilt es zu achten und welche Fehler sollten irgendwann einfach nicht mehr gemacht werden? Wir haben uns mit Mike Wattrodt von socialised.de unterhalten und diverse Themen zur Facebooknutzung diskutiert!


Was seht ihr für die Zukunft in der großen Social-Web-Glaskugel mit Blick auf den blauen Daumen?

Wir sehen vor allem ein enormes Wachstum! Herr Zuckerberg wird seinen Einfluss auf das WWW immer weiter vergrößern. Eine Fan-Seite ist heute das A und O, genau wie noch vor 5 Jahren eine Webseite. Die Menschen verbringen immer mehr Zeit im „blauen“ Netz. Waren es vor zwei Jahren noch 15 Minuten täglich, sind es heute – besonders dank mobiler Nutzung – 40 bis 50 Minuten pro Tag.

Jeder hat „Zeit“ schnell mal zu schauen was es Neues gibt, was meine Freunde mögen, was sie machen, wo sie sind. Sei es an der Bushaltestelle, im Stau oder sonst wo. Allerdings wollen die User Facebook nicht verlassen. Eine Verlinkung auf die Webseite ist eher kontraproduktiv. Es kostet Zeit und lenkt nur ab.

Facebook wird das „Netz“ im Netz. Dies sind die Pläne und das ist aus meiner Sicht der klare Weg.

Wo seht ihr die größten Veränderungen, auf die sich Seitenbetreiber im kommenden Jahr einzustellen haben?

Es gilt vor allem, mit den aktuellen Veränderungen Schritt zu halten. Immer neue Features wie Notes, Livevideos, oder Slideshows bringen immer neue Möglichkeiten sich selber, seine Fähigkeiten, seine Arbeit und sein Geschäft / die Praxis in den Fokus des Betrachters zu bringen.

Hier baut der blaue Riese eindeutig auf bewegte Bilder und schnelle (!) Kommunikation. Die Zeiten, in denen die User geduldig zwei bis drei Tage auf eine E-Mail warteten, oder drei bis vier Stunden auf eine Antwort in den sozialen Netzwerken, die sind lange vorbei.

So kann via „Facebook-Messanger“ -Integration über die Website mit der Facebookseite kommuniziert werden – eine Indiz für zwingend kurze Reaktionszeiten. Auch die Bewertung auf der Fanseite „Antwortet binnen kürzester Zeit“ ist ein klares Anzeichen dafür.

Welche Rolle kann eine Facebook-Fanpage für Ärzte und Zahnärzte in Zukunft für die Patientenkommunikation spielen?

Für viele Mediziner ist es immer noch ein grundlegend neuer Weg der Kommunikation. Ärzte stellen heute schon vermehrt fest, dass Fragen zu Problemen, Praxisöffnungszeiten, Terminvereinbarungen und Behandlungsmethoden ein „Standard“ sind. Oft müssen der Arzt oder sein Social-Media Team auch eingreifen, da viele Menschen viel zu „offen“ mit der Facebook-Seite des Arztes kommunizieren. Hier muss schnell gehandelt werden und der Patient vor sich selber geschützt werden.

Aber noch wichtiger ist die Information. Was kann ich gut, was ist mein Spezialgebiet? Worin habe ich mich für viel Geld und Zeit weiterbilden lassen? Tipps und Tricks: Sei es zur Vermeidung von Krankheiten, Pflege von Post-OP Problemen, einem besseren und gesünderem Leben werden gerne gesehen und oftmals geteilt.

Was sind aus eurer Sicht die wichtigsten Parameter für den Erfolg einer medizinisch orientierten Facebook-Seite?

Gute Inhalte: Videos mit Tipps und Tricks, Krankheiten erkennen und erklären; Bilder hinter den Kulissen (mein Team, meine Praxis, neue Geräte, neue Behandlungsmethoden); wichtige Informationen wie Seminare, Patienten-Abende, Vorträge, Vorstellungen uvm.

Regelmäßige Veröffentlichungen: Fünf bis sechs Inhalte pro Woche mindestens und bitte nicht das Wochenende vergessen – dort sind ALLE online und lesen auch.

Schnelle Antwortzeiten: Maximal eine Stunde (zu Praxiszeiten); drei bis vier Stunden am Wochenende.

Viele Mediziner sind immer noch „Neulandforscher“ im Bezug auf Facebook – wo liegen die größten Fehler und Irrtümer?

Eine Aussage höre ich noch immer sehr oft: „Facebook ist das Netz der Kids!“ Dies ist total falsch. Die „Kids“ also die Computer-affinen Teenager sind lange „weiter“. Snapchat und Co. sind ihre Tummelplätze. Facebook „hat man einfach“. Viele dieser Teens haben keine Email-Adresse mehr und können damit auch wenig anfangen. Das Facebook-Profil ist ihre Visitenkarte und Adresse im Netz.

Dagegen ist der typische Facebook Nutzer aktuell 25-55 Jahre alt (80% aller Nutzer) und stellt damit die Hauptzielgruppe der meisten Mediziner dar.

Ein Fehler, den wir gerade bei Praxen erleben: Einfach nur eine Seite zu haben reicht! Falsch – die Seite lebt von Inhalten. Ohne Inhalt und regelmäßige Postings, ist sie wertlos. Eine Facebook Seite wird maximal einmal besucht: Um Fan zu werden. Danach erwartet der Patient regelmäßig Updates und Infos aus der Praxis in seinen täglichen Neuigkeiten.

Mehr zu „Facebook für die Zahnarztpraxis“ im ZwischenRaum!

Warum gehört zu einer erfolgreichen Kommunikation auch die professionelle Umsetzung einer Facebook-Präsenz?

„Das kann die Praktikantin machen, die ist eh immer auf Facebook!“ – diese Aussage fällt so oft und ist so falsch. Facebook ist ein Medium der Benutzer. Sie geben mit einem Klick ihre Meinung ab und sagen, ob ihnen etwas gefällt. Sie können sehr schnell eine Rezession einer Praxis erstellen oder sie sagen ihren Freunden: Ich bin grade hier!

Wenn die Kommunikation und das Bild der Praxis von einem Praktikanten – einer Auszubildenden – „mal eben“ gemacht wird, dann gute Nacht! Alles auf Facebook verbreitet sich rasend schnell. Wenn ein User im Wartezimmer eines Arztes „eincheckt“ – also mitteilt: Ich bin hier! – wird das ohne Filter mit alle seinen Freunden (statistisch 300 an der Zahl) geteilt. Und wenn mein „Freund“ da ist, ist er das nicht ohne Grund. Er hat sich die Praxis ausgewählt also muss sie doch gut sein oder?

Für Facebook und Co. müssen Zeit und Personal abgestellt werden. Kann ich das nicht, muss ich mich an eine gute Agentur wenden, die die Kommunikation dort für mich übernimmt!

Warum ist Facebook für Unternehmen ohne Facebook-Marketing in Zukunft wenig erfolgversprechend?

Fangen wir mit Werbung an – mit bezahlter Werbung: Ein Klick bei Google kostet aktuell schnell mal drei bis sieben Euro. Bei Facebook kann ich werben ohne Streuverluste. Hier liege ich bei 20-30 Cent. Warum will ich also Geld verschwenden und nicht die richtigen Zielgruppen erreichen?

Facebook ist DER Informationskanal (Twitter ist in Deutschland, anders als in den USA, nie richtig angekommen). Eine Homepage ist gut und schön, braucht aber ihre zentrale Bedeutung nimmt ab. Und wenn sie nicht den modernen Anforderungen der Patienten und Suchmaschinen genügt, dann ist sie mehr oder weniger wertlos!

Die Patienten sind schon da, warum nicht auch der (Zahn)Arzt? Niemand muss Facebook aus persönlichen Gründen nutzen oder lieben. Hab ich jedoch eine Praxis, stellt sich die Frage wohl nicht!

Auch die neuesten Entwicklungen – Facebook avanciert zu dem Branchenbuch Nr. 1 – zeigen doch klar, dass ein modernes Praxismarketing, auch im Hinblick auf die Privatpatienten und Bewertungen der Patienten, nicht mehr wegzudenken ist. Siehe auch: „Facebook: Angriff auf Yelp, Tripadvisor, pointoo und Holidaycheck?“

… Tools wie SOCIFY erleichtern vor allem …?

socify

Tools wie SOCIFY, ein Content Management System für Facebook, erleichtern die Arbeit von Social-Media Managern und einzelnen Seitenadministratoren enorm.

Kinderleicht Inhalte erstellen und planen: So kann ich in kürzester Zeit meine Inhalte für die kommende Woche erstellen und brauche nicht mehr dran zu denken.

Aber der wesentlichste Vorteil: Alle Informationen auf einen Blick. Keine Anfrage, kein Kommentar oder keine Bewertung mehr übersehen und zeitnah reagieren können. Besonders bei gut laufenden Facebook-Seiten oder bei mehreren Seiten – dafür bietet Facebook selber kein geeignetes Werkzeug.

Danke Mike!

12273769_10207693425843968_5532193443543658247_oMike Wattrodt von socialised.de aus Leverkusen. Spezialisiert auf Beratung, Planung und Monitoring von Facebook Seiten und zielgerichteter Werbung. Als Herausgeber von SOCIFY bietet er ein ausgeklügeltes Content & Community Management System für Facebook Seiten (das wir übrigens auch nutzen)!

Dentalmediale Kommunikation im Management von parsmedia, PR- und Social-Media-Management, Praxiscoach, Dipl.-Sportwissenschaftler, Journalist

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Klaus Schenkmann
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