ZWP-Serie: „Content wirkt“ – auch für die Zahnarztpraxis sind Inhalte der Schlüssel zum Patienten!

Spielt Content-Marketing ein Rolle für die Kommunikations-Strategie einer Zahnarztpraxis? Und wenn ja – wie können Zahnärztinnen, Zahnärzte und Praxisteams das Thema umsetzen? Mit diesen Fragen haben wir uns in einer dreiteiligen Serie für das Onlineportal der ZWP befasst. Ob es sich hier immer um Content-Marketing mit all seinen Möglichkeiten und Ansätzen handelt? Nein, sicher nicht! Für die – meisten – Zahnarztpraxen soll es erst einmal darum gehen, sich mit der Thematik der Patientenansprache über relevante Inhalte zu beschäftigen.

Hier die drei Artikel für die ZWP online!


1. Content-Marketing: Eine PR-Strategie für die Kommunikation der Zahnarztpraxis!

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„Warum soll ich mich als Zahnärztin oder Zahnarzt mit dem Thema Content- Marketing beschäftigen? Ich habe in meiner Praxis doch genug mit anderen Dingen zu tun!“

Ein durchaus berechtigter Einwand, der sicherlich vielen Zahnmedizinern durch den Kopf geht. Im Grunde genommen kann diese Frage schnell beantwortet werden: Mit Content-Marketing sollte sich jeder Unternehmer beschäftigen, der einen Großteil der folgenden Fragen mit „Ja, ich möchte“ beantwortet:

  • Sie möchten seriös informieren und von Ihrer Kompetenz überzeugen?
  • Sie möchten sich als vertrauensvoller Partner der Patienten etablieren?
  • Sie möchten den Nutzen und den Wert bestimmter Behandlungen und Angebote einer passenden Zielgruppe kommunizieren?
  • Sie möchten Ihre Praxis mit Blick auf den Wettbewerb vor allem im Internet prominent positionieren?
  • Sie möchten die Praxiswebsite und Kanäle wie die Facebookseite der Praxis strategisch besser nutzen?

Können Sie diese Fragen mit JA beantworten? Dann benötigen Sie eine PR-Strategie. Und das bedeutet heute mehr als nur die Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Patienten: PR ist das „Management von Kommunikation“ unter Beachtung verschiedener Bezugs- und Dialoggruppen (Patienten, Partner, Medien, Praxisteam). Und „Content Marketing“ könnte ein Teil Ihrer künftigen Kommunikationsstrategie werden.

Was bedeutet „Content-Marketing“?

Bevor wir uns mit dem Begriff und dem Nutzen speziell für die Zahnarztpraxis befassen, hier die klassische Definition von Wikipedia:

„Content-Marketing ist eine Marketing-Technik, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen soll, um sie vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot oder einer eigenen Marke zu überzeugen und sie als Kunden zu gewinnen oder zu halten.“

Sie alle haben es sicherlich schon mehr als einmal gehört und gelesen – „Content ist King!“ – oder wie es Bill Gates schon 1996 formulierte:

„Beim Content-Marketing geht es um die Erstellung, Veröffentlichung und Verbreitung von einzigartigem und relevantem Content (Text, Bild, Video, Audio), der einer ausgewählten Zielgruppe aktuelle Fragen beantwortet und hilft, bestimmte Probleme zu lösen. Über diesen Content werden potentielle Kunden auf das Unternehmen aufmerksam und lernen es als Experten kennen.“

„Content-Marketing“ – im Sinne der Definition von Bill Gates – stellt demnach primär die Verbreitung guter Inhalte in den Fokus. Und weil sich viele Zahnmediziner immer noch mit dem klassischen Marketing-Begriff schwer tun (wenn Marketing als Synonym für Werbung steht), ersetzen wir ihn an dieser Stelle einmal durch „Themen-Setting“.

Relevante Inhalte für Patienten und Medien

Wer Themen setzt, bietet interessante Geschichten ohne werbliche Inhalte. Im Mittelpunkt stehen keine Produkte, Angebote oder Leistungen, sondern Emotionen und Informationen – idealerweise immer in Kombination mit Lösungen und einem klaren Nutzen für die Zielgruppen.

Ob nun „Content-Marketing“, „Themen-Setting“, oder „Story-Telling“ – wer sich bei Patienten und Medien ins Gespräch bringen möchte, der benötigt glaubwürdige, informative und relevante Inhalte. Und auch die Zahnarztpraxis bietet statt der ewig gleichen Texte rund um das „gesamte Spektrum der modernen Zahnmedizin“:

  • nützliche Informationen
  • weiterführendes Wissen
  • praktische Anleitungen
  • sinnvolle Verhaltenstipps
  • interessante News
  • oder auch mal gute Unterhaltung

Die Verbreitung von Inhalten zur Ansprache von Patienten ist dabei keine Konkurrenz zur klassischen Anzeige – im Gegenteil! Plakative und knackige Werbeaussagen (im berufsrechtlichen Rahmen) schaffen Aufmerksamkeit! Verständlich erzählte Geschichten und seriöse Informationen belegen die Schlagzeilen der Werbebotschaften und schaffen Glaubwürdigkeit.

Ein Beispiel aus der Implantologie: Natürlich kann der Master of Science auf einer Internetseite mit Begriffen wie „minimalinvasiv“, „schablonengeführt“ und „digitaler Volumentomograph“ glänzen – auch diese Inhalte kann man ja verständlich für Patienten übersetzen. Die Geschichte einer ehemals zahnlosen Patienten, die wieder mit festen Zähnen durch das Leben geht, sollte in diesem Zusammenhang aber nicht fehlen. Authentisch erzählt – idealerweise in bewegten und bewegenden Bildern – fühlen sich Menschen angesprochen, die ebenfalls nach Lösungen für ihre Situation suchen. Und eins ist bekannt: Nicht jeder Träger einer wackeligen Vollprothese wird über mögliche Alternativen informiert!

In diesem Kontext kommen natürlich neue Herausforderungen auf die Praxen zu: Journalistische Kompetenzen und redaktionelle Strukturen sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Contentstrategie! Ob diese intern oder extern aufgebaut werden, ist die Entscheidung der Praxisführung und abhängig von personellen und finanziellen Ressourcen.

Kommunikationsziele folgen den Praxiszielen

Kein Erfolg ohne Strategie und Plan! Das gilt für die Führung einer Praxis, für die Behandlung von Patienten und natürlich auch für ein erfolgreiches Kommunikationskonzept. Im Folgenden einige Punkte, die es bei der Entwicklung von Content-Marketing-Ansätzen zu beachten gibt. Ein zentraler Punkt ist dabei die Definition eindeutiger Praxisziele: Wer nicht weiß, wo er hin möchte – der wird auch nicht wissen, welchen Weg er zu gehen hat!

  • Bauen Sie Strukturen in der Praxis auf und nehmen Sie das Praxisteam mit: Die professionelle Kommunikation ist Teil des Praxis-QM und sollte in ihren wesentlichen Prozessen definiert werden. Schaffen Sie personelle und finanzielle Ressourcen und binden Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beginn an mit ein. So sollten Sie das Team bei der Entwicklung von Zielen, Themen und Inhalten als gleichberechtigte Partner ansehen und „die Weisheit der Vielen“ für den gemeinsamen Erfolg nutzen.
  • Definieren Sie die Ziele Ihrer Praxis, Ihrer Kompetenzen und Stärken: Sie sollten wissen, was Sie für Ihre Praxis mit den Kommunikationsmaßnahmen erreichen wollen. Nur so können Sie den Erfolg der Maßnahmen und den Einsatz von Ressourcen bewerten. Besondere Stärken und belegbare Kompetenzen sollten klar herausgearbeitet werden, um Kernaussagen zu formulieren und Abgrenzungen im Markt vornehmen zu können.
  • Legen Sie fest, wen Sie mit Ihren Maßnahmen ansprechen und erreichen möchten: Relevanter Content benötigt Zielgruppen, die sich in den Inhalten und Themen wiederfinden. Konkrete Personenprofile (Alter, Geschlecht, Interessen, sozialer Status, Hobbies, Bedürfnisse, Erwartungen) helfen, die Themen zielgerichtet zu entwickeln und die benötigten Kommunikationskanäle aufzubauen und mit Themen zu bespielen.
  • Identifizieren Sie Themen für die Ansprache Ihrer Zielgruppen: Hier geht es um Inhalte mit Mehrwert und Relevanz. Redaktionell entwickelte und nach journalistischen Kriterien erstellte Themen bieten Ihren Zielgruppen die gesuchten Informationen und Lösungen.

2. Content-Marketing: Inhalte produzieren und über Kanäle multiplizieren!

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„Wenn wir nicht wissen, wo wir hin wollen, dann wissen wir auch nicht, welchen Weg wir gehen sollen!“

Diese strategische Kernaussage ist die Basis für jede Form der Patientenansprache und gilt auch für unsere Überlegungen zum Content-Marketing. Allerdings gilt es im Vorfeld noch ein weitere Frage zu beantworten: „Wo stehen wir eigentlich?“

Die Zahnarztpraxis muss auf ihrem Weg zu einer erfolgreichen Contentstrategie zunächst einige Punkte klären (Beispiele):

  • wo liegen aktuell unsere Schwächen?
  • wo liegen unsere besonderen Stärken?
  • was unterscheidet uns von anderen Praxen?
  • welche personellen und finanziellen Ressourcen stehen uns zur Verfügung?
  • wo stehen wir im Vergleich zu anderen Praxen mit unseren aktuellen Kommunikationsmaßnahmen?

Wenn die Praxis diese – und andere – Fragen geklärt hat, können aktuelle Praxisziele entwickelt und die einzelnen Dialoggruppen (Zielgruppen) definiert werden. Relevante Inhalte müssen die Fragen der jeweiligen Dialoggruppen beantworten. Es geht also darum, Bedürfnisse, Erwartungen und die Probleme der Patienten zu kennen, um ihnen die entsprechenden Lösungen anbieten zu können.

Relevante Inhalte recherchieren

Beispiel: Eine Praxisklinik für Implantologie und das Behandlungskonzept „Versorgung des zahnlosen Kiefers“!

Menschen, die ihre Zähne verloren haben, oder denen die Zahnlosigkeit droht, stellen sich in der Regel immer die gleichen Fragen (Beispiele):

  • welchem Zahnmediziner kann ich vertrauen?
  • welche zahnmedizinischen Lösungen kommen für mich in Frage?
  • welche Alternativen stehen zur Verfügung?
  • was kostet eine zahnmedizinisch hochwertige Lösung?
  • wie lange muss ich auf den neuen Zahnersatz warten?

Wer diese Fragen auf eine verständliche und nachvollziehbare Art und Weise beantwortet, schafft zunächst einmal eine vertrauenswürdige und seriöse Basis.

Inhalte definieren und produzieren

Seriosität, Kompetenz und Vertrauen entstehen durch transparente Informationen, wie beispielsweise:

  • Erfahrung und Kompetenz der Behandler
  • Aus- und Weiterbildungen des Teams
  • technische Ausstattung
  • Konzepte zur Implantat-Prophylaxe
  • detaillierte Informationen zu den Behandlungsformen und -abläufen
  • besondere Serviceleistungen rund um Behandlung
  • authentische Beispiele versorgter Patienten

Jetzt gibt es natürlich vielfältige Möglichkeiten, diese Informationen in gute und verständliche Inhalte zu verwandeln. Ob Texte, Fotos, Videos, oder Tutorials produziert werden, das entscheiden letztlich die Dialoggruppen und deren präferierten Informationsmedien und Kanäle.

So hat es der Implantologe für sein Behandlungskonzept „feste Zähne“ nicht nur mit einer relevanten Dialoggruppe zu tun. Die Inhalte sind entsprechend unterschiedlich aufzubereiten und zu kanalisieren:

  • eine drohende oder bestehende Zahnlosigkeit betrifft auch jüngere Menschen, die vor allem online, weil anonym, nach Lösungen suchen
  • auch ältere Patienten sind natürlich online aktiv, aber die klassische Zeitungsanzeige und der journalistische Bericht in den regionalen und lokalen Printmedien gehören hier zum Pflichtprogramm
  • und weil viele ältere Menschen von jüngeren Verwandten – hier vor allem von den Töchtern und Enkeltöchtern beraten werden – sind natürlich auch die sozialen Netzwerke von maßgeblicher Relevanz

Content, Kanäle und Medien strategisch vernetzen

Für welche Form der Inhalte die Praxis sich auch immer entscheidet – ohne die passenden Medien und Kanäle findet keine Botschaft den Weg ans Ziel.

Der wichtigste Kanal: Die eigene Website! Hier müssen relevante Inhalte, für die Patienten verständlich aufbereitet, dauerhaft zur Verfügung stehen.

Dabei reicht es heute nicht mehr, die unterschiedlichen Seiten der Internetpräsenz einmal mit Text zu versehen. Die potenziellen Besucher einer Zahnarztseite und auch die Suchmaschinen erwarten regelmäßige und aktuelle neue Inhalte. Moderne und professionelle Websites bieten daher eigene Newskanäle, einen Praxisblog, oder spezielle Contentseiten, die umfassende Informationen zu den zentralen Inhalten zur Verfügung stellen.

Aber wie erfahren Patienten von unseren Inhalten und auf welchem Weg kommende Besucher auf unsere Website. Hier spielen natürlich die aktuellen Anforderungen der Suchmaschinen an eine moderne Website eine große Rolle, auf die an dieser Stelle nicht weiter eigegangen wird. Immer wichtiger wird aber die Präsenz auf Plattformen wie Facebook und in anderen „sozialen Netzwerken“.

Über diese Kanäle können Menschen gezielt angesprochen und auf aktuelle Inhalte aufmerksam gemacht werden. Vor allem die Facebookseite der Praxis kann, wenn professionell eingesetzt, zu einem zentralen „Traffic-Lieferanten“ der Praxis-Website werden. Hierzu finden Sie einen weiterführenden Artikel im „Zahnblog ZwischenRaum“!

Auch Kommunikation braucht QM: Ergebnisse dokumentieren und bewerten

Wenn sich unser Implantologe mit seinem speziellen Behandlungskonzept professionell positionieren möchte, gibt es also einiges zu tun. Und sicher wird er – und vielleicht auch sein Finanzberater – irgendwann die entscheidende Frage stellen: Was hat mir das alles gebracht?

Um diese Frage beantworten zu können, sind zwei Dinge im Vorfeld wichtig:

  • Praxisziele sind so definiert, dass sie messbar und kontrollierbar sind!
  • Das Praxisteam dokumentiert die Ergebnisse sämtlicher Kommunikationsmaßnahmen!

Für die Praxis in unserem Beispiel ist sicher die Zahl der Patienten relevant, die mit dem Behandlungskonzept „Feste Zähne“ in einem definierten Zeitraum versorgt werden. Dieses Ziel ist messbar und kann nach einer bestimmten Zeit kontrolliert und bewertet werden.

Aber auch einzelne Kommunikationsmaßnahmen gilt es regelmäßig zu hinterfragen. So können natürlich die Besucherzahlen der Internetportale und die Klickzahlen für Artikel oder Videos gemessen werden. Facebook bietet jede Menge Statistiken, die sogenannten „Insights“. Hier geben beispielsweise die Reichweite von Themen, die Anzahl der „Seitenfans“ und der Grad der Interaktionen (welche Themen wurden häufig geteilt) Aufschluss über die Relevanz und den Erfolg von Inhalten.

Damit aber all diese Zahlen in Relation zu erfolgten Behandlungen gebracht werden können, muss das Praxisteam schon mit dem ersten Patientenkontakt wissen: „Warum ist dieser Patient jetzt bei uns gelandet?“ Die Erfassung und Dokumentation von Neupatienten muss demnach mehr enthalten, als der klassische Anamnesebogen bietet. Und auch die Antwort „ … über das Internet!“ reicht nicht mehr aus, um den Erfolg der unterschiedlichen Kommunikationsmaßnahmen zu bewerten!


3. Zahnarzt-Content: Auch in Zukunft geht es um Information und Themen mit Qualität!

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Hallo Herr Dr. med. dent. Mustermann,

nein, früher war sicher nicht alles besser – aber vieles war unter Umständen einfacher! Wenn Sie oder Ihre Vorgänger vor 25 Jahren über Patientenansprache und Marketing nachdachten, dann waren Sie mit dem Thema ja relativ fix durch. Ihr weißes Praxis-Schild mit den schwarzen Buchstaben und dem extrahierten Backenzahn (hängt heute auch noch hier und da) zeigte jedem Patienten, der in Sichtweite war: „Hier bin ich Zahnarzt, hier kommst du dran!“ Bei Bedarf – also bei Zahnschmerzen – wurden das Telefonbuch (das aus Papier) oder ein erfahrener Kenner der lokalen Szene befragt. Zeitungsannoncen gab es in der Regel nur zwei: Zur Praxiseröffnung und zu den Urlaubszeiten – viel mehr ließ die allgemeine und berufsspezifische Rechtslage ja auch nicht zu!

Und heute und morgen …?

Es ging eigentlich schon immer um gute Inhalte

Das Internet hat vieles verändert, aber sicher nicht alles. Und auch die gesetzlichen Regelungen wurden an die Herausforderungen der Zahnmediziner als Unternehmer und an das Informationsbedürfnis der Patienten angepasst.

Eins ist aber mit Sicherheit geblieben: Wenn ich Menschen mit meinen Botschaften erreichen möchte, dann nur mit Themen, die interessant, nützlich und hilfreich sind!

Geändert hat sich die Art und Weise wie Themen und Inhalten aufbereitet werden. Geändert haben sich die Kanäle und Wege, auf denen sie die Adressaten erreichen. Und wenn wir heute über die inhaltliche und optische Gestaltung von Botschaften nachdenken, dann müssen wir vor allem wissen:

Für wen ist unsere Botschaft und was soll sie auslösen?

Hier noch einmal eine von vielen Definitionen für guten Content (für Content-Marketing):

„Content-Marketing ist die Verbindung einer Marke / eines Produktes mit dem wahren Leben der definierten Zielgruppe und dem, was für gut empfunden wird: Relevante, interessante und nützliche Inhalte – mit Mehrwert!“

Es gibt nicht mehr „den Patienten“

Die Kommunikation der Zahnärztinnen und der Zahnärzte (ich schreibe das jetzt und künftig so und nicht mit Gender*) muss sich in Zukunft noch stärker an den genau definierten Zielgruppen orientieren. Es geht nicht mehr um die Ansprache „der Patienten“, weil es „den Patienten“ nicht gibt. Nein, liebe Zahnarztpraxen – bitte denkt bei der Konzeption eurer Themen beispielsweise an:

  • die 30 Jahre alte Mutter von Zwillingen im Kindergartenalter
  • den 50 Jahre alten Manager mit Termindruck und vielen Sozialkontakten
  • die 70 Jahre alte aktive Omi, die endlich wieder ohne Nachzudenken in einen Apfel beißen möchte

Jeder dieser Menschen hat unterschiedliche Erwartungen und Ansprüche, wenn es um seine Gesundheit geht. Und genauso individuell müssen die jeweiligen Informationen und Botschaften gestaltet werden.

Informationskompetenz als strategisches Ziel

In Zukunft wird es immer wichtiger, dass sich die Patienten von denen informiert und aufgeklärt werden, die sie letztlich auch behandeln.

Die Aktualität zeigt es mal wieder deutlich: In den deutschen Medien manifestiert sich ein unschönes Bild der Zahnärzteschaft. Die Schlagzeilen werden beherrscht von monetär getriebenen Dentalunternehmern, die ihren Patienten mit unnötigen Behandlungen den letzten Euro aus der Tasche ziehen! Dass hier Einzelfälle genutzt werden, um einen ganzen Berufstand und seine Methode schlecht zu schreiben – das wissen wir! Aber wissen das auch die Patientinnen und Patienten?

Das Vertrauen der Menschen in Ihren Zahnarzt ist nach wie vor groß – und das sollte genutzt werden: In Form einer eigenen Informationsstrategie mit verständlichen, interessanten und relevanten Inhalten! Der Bedarf an seriöser Information ist groß – nicht nur auf Seiten der Patienten. Auch die lokalen und regionalen Redaktionen haben Interesse an guten Themen für ihre Leser – also geben wir sie ihnen (und es müssen ja nicht immer die bezahlten Anzeigen oder Advertorials sein).

Bitte merken: Wenn wir unsere Patienten erreichen möchten, dann müssen wir Themen setzen. Dazu benötigen wir Botschaften die verstanden werden und die vor allem eins auslösen: Emotionen! Unsere Leser müssen sich in unseren Inhalten wiederfinden!

Erst die Pflicht – und dann die Kür

Bevor jetzt aber jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt zum Redakteur, Autor und Videoproduzenten wird, bitte erst einmal auf die aktuelle Situation in der Praxis schauen. Denn das IST liefert die Grundlage für den WEG zum ZIEL!

Die Basis für eine erfolgreiche externe Kommunikation ist ein stimmiges internes Bild. Wer in jedem marketinggetriebenen Satz das „hochmotivierte und optimal ausgebildete Team“ in den Mittelpunkt stellt, der sollte genau prüfen, ob diese Aussage – das Markenversprechen – in der Realität belastbar ist (um nur ein Beispiel zu nennen).

Bevor wir uns also um stylische Internetauftritte, Hochglanzbroschüren und PR-Artikel kümmern, sollte der Blick auf das gerichtet werden, was wir letztlich über unsere Inhalte verkaufen wollen: Die Praxis und ihre Protagonisten!

Wir senden über die eigenen Kanäle

Die Zahnarztpraxis als Produzent, Distributor und Multiplikator der eigenen Inhalte – das ist möglich und sollte in Zukunft für noch mehr Praxen zur Normalität werden. Schließlich bieten uns die „neuen“ Medien und die digitale Technik ja alles, was wir brauchen: Website, Praxis-TV, Video-Kanal, Newsportal, soziale Netzwerke oder Blogs!

Gut, die ganzen schönen Kanäle sind natürlich wertlos ohne die passenden Inhalte und ohne strategische Überlegungen im Vorfeld. Aber für viele Praxen heißt es heute ja erst einmal in kleinen Schritten nach vorne zu denken – beispielsweise mit einem Blick auf das Erscheinungsbild im Netz!

Der Blog als Infokanal: Thema auf ZWP online!

Informationen im Netz: Das Wichtigste mobil zur Hand

Bevor weitreichende Content-Strategien das künftige Handeln des Praxismarketings im Internet bestimmen, sollten die Basisanforderungen erfüllt werden: Eine Internetpräsenz, die sich an den Zielen und Zielgruppen der Praxis ausrichtet und die Menschen und (Such)Maschinen gleichermaßen gut gefällt. Die folgende Auswahl wesentlicher Kriterien sollte immer erfüllt sein:

  • eine konsequente Optimierung für die Darstellung auf allen mobilen Endgeräten
  • regelmäßige neue und aktuelle Inhalte auf der Seite (Newskanal / Blog)
  • eine saubere technische Gestaltung und Programmierung
  • eine emotionale Ansprache mit professionellen Bildern und einem klaren Design
  • verständliche und informative Texte, mit der Integration relevanter Keywords
  • Verlinkungen innerhalb der eigenen Seite auf weitere nützliche Informationen und Inhalte

Artikel auf ZWP online : Ist Google ein Freund Ihrer Website?

Soziale Netzwerke: Facebook gehört zum Marketingmix

Bei der Betrachtung der sozialen Netzwerke beschränken wir uns in dieser kurzen Zusammenfassung auf Facebook. Das schmälert nicht die Relevanz anderer Netzwerke – und alleine aus Gründen der Suchmaschinenrelevanz ist die Bespieglung der kostenfreien Google-Präsenzen (Google+ / Local / Business / Places) eine kommunikative Pflichtaufgabe. neben den so genannten „Social Signals“ aus den sozialen Netzwerken, die auch für das Google-Ranking eine gewisse Relevanz besitzen, spreche diverse Gründe für eine professionelle Facebookpräsenz.

Weiterführender Artikel: Die Zahnarztpraxis und Facebook!

KPI und Facebookwerbung – auch das noch?

Ob zur Patientenansprache, zur Patienten- und Mitarbeiterbindung, oder als Themenleitplanke auf die Praxiswebsite – wer eine Facebookseite betreibt, der sollte wissen warum. Und eins gilt natürlich auch hier: Eine Facebookseite betreibe ich nicht, weil der Nachbar auch eine hat! Hier geht es – wie bei jeder anderen Marketingmaßnahme auch – um Strategien und Ziele, die von einem kompetenten Team mit den notwendigen Ressourcen umgesetzt werden.

In Zukunft wird Facebook mit seinen umfassenden Marketingmöglichkeiten von den Zahnarztpraxen intensiver genutzt werden. Das setzt auch hier eine eindeutige Strategie voraus. Die Ziele einer Facebookseite müssen definiert und kontrolliert werden. Dazu sollten Leistungskennzahlen (Key Performance Indikator / KPI) festgelegt und beobachtet werden. Bezogen auf die Performance einer Facebookseite sind die zentralen Kennzahlen:

  • Anzahl der Fans auf der Seite
  • Wachstum der Seite (Zunahme der Fans in einem längeren Zeitraum)
  • Interaktionen mit Seite und Beiträge (Likes, Kommentare, Bewertungen, geteilte Beiträge)
  • Organische Reichweite (wieviele Personen haben Inhalte der Seite sehen können)

Gerade die „organische Reichweite“ ist ein viel diskutiertes Thema, die aus meiner Sicht oft überbewertet wird. Sie gibt an, bei wie vielen Nutzern der Beitrag angezeigt wurde. Ob die Inhalte wirklich wahrgenommen wurden und ob sie eine Aktion ausgelöst haben – das ist alleine an der absoluten Zahl nicht zu erkennen.

Eine große Zahl Fans und eine hohe Reichweite können sicherlich erstrebenswerte Ziele einer Facebookseite sein, aber nur wenn auch die entsprechenden Interaktionen erfolgen. So können Facebookposts oder Facebookanzeigen dazu dienen, User auf Internetseiten zu führen, um dort gewünschte Handlungen auszuführen.

Weiterführender Artikel: Dank Facebook zu mehr Website-Besuchern!

Aprospos Facebook-Anzeigen: Es gibt wohl aktuell kaum ein vergleichbares Marketinginstrument, mit dem Menschen im Internet so zielgenau angesprochen werden können. Wir, die Facebooknutzer, stellen dem Netzwerk umfassende Datenmengen wie Alter, Beruf, Wohnort, Interessen, Beziehungen und weitaus mehr zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten können Werbeanzeigen sehr zielgerichtet und mit geringen Streuverlusten eingesetzt werden.

Ein sehr komplexes Thema, aber eine genaue Betrachtung lohnt sich auch für die Zahnarztpraxis.

Leitfaden Facebook-Anzeigen!

Bewertungen: Man muss sie nicht lieben, aber beherrschen

In unseren Kommunikationsworkshops und in vielen Gesprächen mit Zahnärztinnen und  Zahnärzten geht es regelmäßig auch um das Thema „Bewertungsportale“. Die Frage, die uns in der Regel immer gestellt wird: „Muss ich mich darum kümmern?“ Und auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben: „Ja!“

Für welche Form des Reputations- und Bewertungsmanagement die Praxis sich auch immer entscheidet – eins sollte niemals passieren: Kritik, Meinungen und Bewertung von Patienten (wir gehen jetzt von genau diesen aus) dürfen niemals ignoriert werden. Wer sich mit Kritik beschäftigt, der erhöht die Chance sich zu verbessern und kann mit seinen Patienten in den direkten Dialog treten!

Weiterführender Artikel: Patientenbewertungen im Netz – vor allem nicht ignorieren!

Und dann war da ja noch … das Sonderangebot

Nur weil wir einmal dabei sind und weil es ja um Kommunikation geht – ein ganz persönlicher Wunsch an jeden seriösen und qualitätsorientierten Medizin-Unternehmer: Verhökert Gesundheit und medizinische Kompetenz nicht auf dem Grabbaltisch der Sonderangebote – unabhängig davon, welches Gericht was erlaubt und welche Zahnärztekammer wie argumentiert: Qualität und Kompetenz definieren sich nicht über den Preis!

Zum guten Schluss!

Lieber Herr Dr. med. dent Mustermann,

wenn Sie sich jetzt die Frage stellen, was Sie mit all diesen Informationen anfangen sollen, dann lassen Sie uns doch einen letzten Blick in die Zukunft Ihrer Praxiskommunikation werfen. Es spielt eigentlich keine große Rolle, ob Sie die angesprochenen Themen nur zur Kenntnis nehmen, oder ob Sie Schritt für Schritt an der Umsetzung gehen. Entscheidend ist vor allem Eins: Suchen Sie sich den Weg, der zu Ihnen, Ihrer Praxis und Ihren Zielen passt. Dinge zu tun, nur weil alle es tun – das war  noch nie von Erfolg gekrönt. Gehen Sie Ihren eigenen Weg! Machen Sie sich ein Bild: Analysieren Sie, wo Sie stehen und definieren Sie ihre Ziele – der richtige Weg dorthin, der ergibt sich dann – fast – von alleine!

Weiterführender Artikel: „Content Marketing“ für die Zahnarztpraxis: Über Inhalte und Themen kommunizieren!

Geschäftsführung parsmedia, Content, PR, Journalist, Praxiscoach, Dipl.-Sportwissenschaftler

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Veröffentlicht in Allgemein, DentalMediale Kommunikation, Facebook, Kommunikation, Praxismarketing
Ein Kommentar zu “ZWP-Serie: „Content wirkt“ – auch für die Zahnarztpraxis sind Inhalte der Schlüssel zum Patienten!
  1. Marcel sagt:

    Gebe dem Artikel recht. PR und Werbung wird im Internet, auch für lokale unternehmen immer wichtiger.

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